Historie

Das Gaswerk Areal entstand 1892-1895 zwischen Mendelssohnstraße im Norden und der Gasstrasse im Süden, nach den Plänen des Architekten und Bauingenieurs Schaar. Das Gelände wurde um 1910,1918,1926 im Laufe der Zeit je nach Bedarf erweitert.
Zuvor bewirtschaftete hier im 13. Jahrhundert der Ritter Otto von Bahren seine Ländereien, dem das Gelände heute seinen Namen verdankt. Der Ritter fungierte als Namensgeber nicht nur für das gesamte Areal, das damit seine ehemalige Bezeichnung „Forum Altes Gaswerk“ aufgab, sondern ebenso für die Stadtteile Ottensen und Bahrenfeld.

Das Gaswerk Bahrenfeld wurde 1896 als Nachfolge des Gaswerks an der Großen Elbstraße von dem ehemaligen Altonaer Gaswerk in Betrieb genommen. Zunächst wurden auf dem riesigen Areal u.a. vier flache Satteldächer mit roter unverputzter Ziegelfassade, Hallenbauten mit Bogenfenstern, die paarweise lang hintereinander stehen, errichtet. Es diente als größte Gasproduktionsanlage in Hamburg.

1938 erfolgte die Stilllegung als Erzeugungsanlage. Nach der Kriegszerstörung ab 1945 bis in die 50er Jahre wurde weiterhin Rohbenzol von den anderen Gaswerken in Hamburg auf dem Grundstück gelagert und verarbeitet. Die Anlage wurde als Behälter und Kompressorstation genutzt.

Ab den 50er und 60er Jahren haben Aktivisten wie Künstler und Aussteiger verstärkt in Hamburg leerstehende Industriebauten für sich entdeckt und diese als Atelier, zu Wohnzwecken, Autowerkstätten und Lagerhallen genutzt. In den 70er Jahren wurde die Industriehalle sporadisch und für diverse Zwecke verwendet. Die Fernsehserie „Großstadtrevier“ hat hier auf dem Gelände ihre Kulisse und Showplatz. Ferner produzierte die Firma Ramikal in einer der ehemaligen Kohlehallen Futtermehl. Anfang der 90er sind die Investorengruppe Hollmann & Partner Vermögensverwaltung und Architekten auf die Fabrikbauten mit ihren typischen Backsteinbauten aufmerksam geworden und gründeten das „Forum Altes Gaswerk“.

Denkmalwert

Das unter denkmalgestellte Fabrikareal sollte zu hochwertigen Gewerbe- und Wohnzwecken umgestaltet werden. Das Gaswerk-Areal wurde 1994 von der Investorengruppe HPV gekauft. Die Idee war das ehemalige Gaswerk unter denkmalgerechten Aspekten zu einer modernen stilgerechten Großanlage für Gewerbezwecke und ein modernes Stadtteilzentrum mit allen dazugehörigen Einrichtungen umzuwandeln. Die Bauten des Geländes wurden 1996 in die Denkmalliste eingetragen.

Zum Denkmalensemble gehören neben dem Verwaltungsgebäude, das Uhrenhaus, der Kohlenturm, vier große Hallen sowie aufgeständerte Gleise, eine Waage und Drehbühne für die Eisenbahn. Es zählt heute neben der Hamburger Speicherstadt zu den größten zusammenhängenden, denkmalgeschützten Arealen Europas.